Geschichte

Bericht über den Zeitzeugen 

Am Mittwoch, den 28.11., kam Herr Günter Rehbein an unsere Schule, um den 10. Klassen von seiner Zeit als Gefangener der Stasi zu berichten. Er war damals 19 Jahre alt, als er am 6. August 1952 ohne Begründung verhaftet wurde. Dann wurde er nach Karlshorst in Berlin gebracht.  

Dort wurde er dann stundenlang in der Nacht von einem russischen Offizier verhört.  Herr Rehbein wurde geschlagen, musste hungern, ihm wurde sogar ein Teil seines Daumens abgeschlagen und nicht ärztlich behandelt. Nach langem Protest wurde Herr Rehbein, am 13. November 1952 zu insgesamt 45 Jahre Haft verurteilt.  Während der Zeit hat er immer an seine Familie gedacht. An seine schwangere Frau, sein Kind und seine Großeltern. Der Gedanke an sie hat ihn ermutigt weiterzumachen, durchzuhalten.  

Nach seiner Verurteilung wurde er nach Gulag Workuta, einem Arbeitsalger in Russland, gebracht. Zusammen mit fünf Mitgefangenen und echten Kriminellen musste er dort unter menschenunwürdigen Bedingungen im Bergwerk arbeiten. Nach einem 7 Tage langen Streik wurden die 200 Arbeiter, die den Streik beenden wollten, ermordet und der Rest musste weiter arbeiten. 1955 hat Konrad Adenauer die Freilassung der Gefangenen ausgehandelt.  

Zurück in Deutschland musste er erfahren, dass seine Frau einen anderen Mann geheiratet hat und er nun seine Kinder nicht mehr sehen darf. Nach der Scheidung haben seine Großeltern ihn aufgenommen. Zu dieser Zeit wollte die DDR ihn als Spion anwerben, was er jedoch ablehnte. Der gelernte Maler musste als Bauarbeiter arbeiten und durfte nicht über seine Zeit als Gefangener reden.  Dies hat er nach einem halben Jahr doch getan und wurde von der Polizei verhaftet. Als dann auch seine Großeltern starben, wollte er in den Westen ziehen, woran er gehindert wurde. Da zu der Zeit die Mauer stand, wollte man ihn festnehmen, doch gab es dafür zu wenig Beweise. Als Herr Rehbein in Gera den Mann traf, der ihn damals verhaftet hatte, wurde er handgreiflich.  

Die Folge war, dass er erneut in ein Gefängnis musste. 2009 traf er dann zum ersten Mal nach 56 Jahren seine Tochter, die er nach der Scheidung von seiner Frau nicht mehr sehen durfte. Seitdem hilft er anderen Familien, die nach dem 2. Weltkrieg auseinandergerissen wurden, bei der Zusammenführung. 

Ich persönlich fand seine Erzählung sehr interessant. Er hat nochmals die Zeit damals nach dem Krieg in der DDR veranschaulicht und mir nähergebracht, wie die Menschen gelitten haben. Alles, was ich in Geschichte und in Berlin gelernt habe, hat ein Gesicht bekommen, menschliche Züge. Mich hat seine Geschichte berührt und mir gezeigt, dass so etwas auf keinen Fall jemals wieder passieren darf. Günther Rehbein war es sehr wichtig uns seine Geschichte zu erzählen, weil wir die Zukunft sind und wir die Zukunft ins Gute lenken können.  

Sophia Gebhardt, R10a      


Besichtigung des Konzentrationslagers in Dachau

Am Dienstag, den 19.07.16, war es soweit, die alljährliche Fahrt der 9. Klassen nach Dachau stand an. Gleich nach der Ankunft gingen wir in die Museumshalle und hatten dort die Möglichkeit, selbständig die Ausstellung zu besichtigen. Danach sahen wir uns eine Dokumentation über die damalige Zeit im Lager an. Besonders interessant war, dass dies ein reines Männerlager war und trotz der vorhandenen Gaskammern aus unerfindlichen Gründen keine Menschen vergast wurden, sondern in andere Vernichtungslager deportiert wurden. Nach dem Film begann unsere Führung, in der wir viele Bereiche und Abteile des KZ´s kennenlernten. Beispielsweise bekamen wir einen Einblick in die verschiedenen und furchtbaren Bestrafungs- und Foltermethoden oder wurden durch die Desinfektionskammern geführt. Auch die Gaskammern und Baracken waren Teil der Führung.

Mir hat gut gefallen, dass auch wir während der Führung mit Fragen einbezogen wurden. Es war zwar durchaus erschreckend, sich das damalige Leben dort vorzustellen, aber dafür bekamen wir einen wichtigen geschichtlichen Einblick, durch den wir das Leid der damaligen KZ – Arbeiter authentisch vor Augen geführt bekamen.

Vivien Rondthaler, ehemalige 9a


KZ-Gedenkstätte Dachau

Nachdem wir uns, die 9. Jahrgangsstufe der Realschule, im Geschichtsunterricht mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigt hatten, stand nun die Besichtigung der KZ Gedenkstätte in Dachau an.

Während einer zweieinhalb stündigen Busfahrt konnten wir uns mit einem Film über die Konzentrationslager in Auschwitz mental auf den Besuch vorbereiten.

Nach unserer Ankunft standen wir vor dem Eingangstor mit der bekannten Aufschrift „Arbeit macht frei“. Während einer Diskussion kamen wir zu dem Schluss, dass dieser Schriftzug sich auf die Möglichkeit bezieht, sich aus dem KZ freizuarbeiten. Dies war leider nie der Fall.

Zu Beginn sahen wir eine 20-minütige Filmsequenz, die uns einen ersten Eindruck über das unmenschliche Leben in den Arbeitslagern und die anschließende Befreiung der Amerikaner vermittelt hat.

Während unseres Rundgangs hörten wir die Geschichte von dem Insassen Louis Übrig, dem es als einem unter wenigen gelang, für kurze Zeit aus dem Arbeitslager zu fliehen. Danach wurde uns der Aufbau des Konzentrationslagers erklärt. Das Hauptgebäude mit Küche, Waschräumen und Kleiderlager wurde zu einem Museum umfunktioniert. Zwei der Wohnbaracken standen uns zur Besichtigung zur Verfügung, während die anderen nur noch im Fundament zu erkennen waren.

Aber bevor wir und genauer mit den Baracken beschäftigen konnten, überquerten wir den Appellplatz, um zu den Bunkern zu gelangen. Diese galten als eine der drei schlimmsten Foltermethoden in den Konzentrationslagern, auch bekannt als die „drei B’s“. Dazu zählten auch der „Bock“ und der „Baum“. Laut unseres Gruppenleiters, war jeder Bunker mit einem Strick ausgestattet. Dadurch wollte man den Insassen zum Selbstmord verleiten. Ganz anders war es bei „Bock“ und „Baum“, die dazu dienten, dem Häftling körperliche Schmerzen zuzufügen. So war der „Bock“ ein Brett, auf welches der Häftling gespant wurde, um mit Peitschenhieben bestraft zu werden. Ein öfter genutztes Foltergerät war der „Baum“. Er bestand aus einem Holzpfahl, an dem der Insasse an den Armen für mehrere Stunden aufgehängt wurde.

Anschließend konnten wir einen Blick in das Innere einer Baracke werfen. Als wir erfuhren, auf welch engem Raum oft tausende von Menschen untergebracht wurden, waren wir von den menschenunwürdigen Zuständen, die dort herrschten, schockiert. Nachdem wir uns in einem Raum gesammelt hatten, wurde uns unter anderem von den vielen Insassengruppen erzählt, die durch verschiedenfarbige Wimpel gekennzeichnet wurden.

Auf dem Weg zu den Gaskammern, fiel uns ein grüner Grasstreifen auf, der das gesamte KZ umgibt. Auf Nachfrage fanden wir heraus, dass es sich dabei um den sogenannten Todesstreifen handelt. Wer versuchte, ihn zu überqueren, konnte mit dem sofortigen Tod rechnen. Um zu fliehen, musste man zuerst an schussbereiten Scharfschützen vorbei, anschließend durch einen Graben hindurch, über einen elektrisch geladenen Stacheldrahtzaun und zuletzt eine massive Steinmauer überwinden. Dies machte den Ausbruch unmöglich.

Nun folgte der bedrückendste Teil der Führung, die Gaskammer. Schon die Aufschrift „Brausebad“ machte uns den Ernst der Lage bewusst. Obwohl das Arbeitslager in Dachau nicht zur Massenvernichtung durch Gas diente und die Kammer nur zu medizinischen Versuchen genutzt wurde, war es dennoch ein beunruhigendes Gefühl, selbst in einer Gaskammer zu stehen.

Auch die Brennöfen, in denen die abgemagerten Leichen der Insassen verbrannt wurden, sorgten bei uns für Fassungslosigkeit.

Der Besuch der Gedenkstätte war eine interessante und aufwühlende Erfahrung, die viele zum Nachdenken angeregt hat.

Besonders danken möchten wir unserem Gruppenleiter, der den Rundgang sehr anschaulich und interessant gestaltete, sich Zeit für unsere Frage nahm und darauf einging.

Julia Kunzmann

Marena Moritz

Caja Oehme

R9b


Ausflug zur Residenz nach Würzburg am 21.07.2015

Am Dienstag, den 21.07.2015, begann der Schulausflug mit Frau Elvert, Frau Kavzan und Frau Seif zur Residenz mit der Busfahrt in Richtung Würzburg. Wir erreichten die Residenz um 10:00.

Wenige Minuten später durfte auch schon die erste Klasse mit der Besichtigung der Residenz beginnen. Nur kurz darauf wurde auch die zweite Klasse von ihrer Führerin begrüßt. Zunächst erzählte sie uns das Wichtigste über die Residenz. Der Fürstbischof übte hier im 18. Jahrhundert seine Herzogsmacht aus. Zu Beginn seiner Regierungszeit lebte er auf einer Burg, die sich an der Bergspitze Würzburgs befindet. Es dauerte 24 Jahre, bis die Residenz in all ihrer Pracht fertiggestellt war. Es wurden weitere 60 Jahre benötigt, um die Einrichtung der 360 Räume zu vollenden.

Als erstes ging es in eine Empfangshalle. Die Eingangstüren dort waren außerordentlich groß, sodass der Fürstbischof mit seiner Kutsche bis in die Eingangshalle gebracht wurde. Die Führung ging in einem großen Treppenhaus weiter, das ebenfalls mit einer bunten Deckenbemalung ausgestattet war. Mit einer Raumhöhe von 22,5m und 677m² beeindruckte das Treppenhaus durch seine Größe. Das Deckengemälde wurde von einem italienischen Maler, Giovanni Battista Tiepolo, hergestellt und zeigte die vier Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika. Australien hatte im 18. Jahrhundert keine Bedeutung und wurde aus diesem Grund nicht abgebildet. Vom Treppenhaus aus konnte man das Erdgeschoss gut betrachten, das mit Hauswirtschaftsräumen ausgestattet war.

Der nächste Raum, der „Weiße Saal“, beeindruckte durch weißen, unbemalten Stuck an den Wänden und Decken. Von den vier Ecken an der Decke hingen täuschend echt aussehende Stoffteile herunter, die jedoch aus Stuck waren. Gestaltet wurde dieser Saal von Antonio Bossi.

Nach diesem Raum folgten sechs weitere Räume, die als Gästezimmer dienten. Alle Räume waren jedoch nur für jeweils einen Gast gedacht und mit vergoldeten Dekorationen und vielen Spiegeln ausgestattet. Die Zimmer sollten den Reichtum des Bischofs zum Ausdruck bringen.

In der Residenz konnten die Diener dennoch nicht durch die prachtvollen Räume gehen, um ihrem Herrn zu dienen, da sich das nicht gehörte. Also gab es einen extra Gang hinter den Räumen und kleine, gut versteckte Türen, durch die die Angestellten problemlos hindurch konnten.

Nach den Gästeräumen war die Führung auch schon beendet. Natürlich war es nicht möglich, alle 360 Räume des Gebäudes zu besichtigen. Doch wir konnten uns durch die vorgeführten Räume einen guten Einblick in die damalige Zeit verschafften. Die überwältigende Größe und Ausstattung der Residenz hat einen unvergesslichen Eindruck bei uns hinterlassen.

Mit diesem Bild von Prunk und Glanz kehrten wir wieder nach Nürnberg zurück.

 

Clara Uztmann, R8c

 

 

 

 

 


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