Medienkonzept

1. Einleitung

Im Unterricht der Grundschule wurde schon immer mit Medien gearbeitet, sei es mit Tafel und Kreide, den klassischen Schulbüchern und Arbeitsheften, den Arbeitsblättern, dem Film- oder Overheadprojektor. Später rückten dann vorübergehend andere Medien in den Vordergrund, z.B. Kassettenrecorder, CD-Player, Videorecorder und Diaprojektor. Seit Mitte der 90er Jahre haben die sogenannten „Neuen Medien“ (Computer, Internet und Smartphone) Einzug in die Schulen gehalten.
In den letzten Jahren haben sich unser Alltag und die Berufswelt stark verändert. Mit den neuen Medien richtig umzugehen und sich über den neuesten Entwicklungsstand in der Informationstechnologie auszukennen, sind heute die Voraussetzungen, um auf dem Arbeitsmarkt eine bessere Perspektive zu haben.
Dieses muss auch in der schulischen Bildung berücksichtigt werden, um die jungen Menschen in die Lage zu versetzen, in ihrer technologisch geprägten Lebenswelt bestehen zu können und verantwortungsbewusst mit den Medien umzugehen.

2. Pädagogische Zielvorstellung

Der Umgang mit den „Neuen Medien“, insbesondere mit dem Smartphone, ist Teil der Lebenswirklichkeit unserer Kinder. Deshalb wird die Anleitung zum sachgemäßen, verantwortungsbewussten und kritischen Umgang damit zu einem wichtigen Bestandteil des Lehrauftrages unserer Grundschule.
Ziel der Medienerziehung ist der Aufbau von Medienkompetenz, d.h. die Schülerinnen sollen Kenntnisse und Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, die ihnen ein sachgerechtes und selbstbestimmtes, kreatives und sozial verantwortliches Handeln in einer Welt, aus der die Medien nicht mehr wegzudenken sind, möglich macht.
Im LehrplanPlus der Grundschule wurde bewusst kein eigenes Fach Medienkompetenz eingeführt, da es sich sehr oft mit anderen Fächern überschneidet.

Unser Medienkonzept umfasst drei Teile:
Mediencurriculum, Ausstattungsplanung der Schule mit Medien und Fortbildungsplanung für die Lehrkräfte. Teil 2 und Teil 3 beziehen sich vor allem auf die Zeit, wenn unser Neubau ab dem Schuljahr 2021/2022 fertig gestellt wurde.

3. Mediencurriculum

(Zusammenstellung aus dem LehrplanPlus)

3.1. Grundlage des Mediencurriculums ist der Kompetenzrahmen zur Medienbildung, der für alle bayerischen Schularten gilt:

Es gibt folgende fünf Bereiche:

  • Basiskompetenzen
  • Suchen und Verarbeiten
  • Kommunizieren und Kooperieren
  • Produzieren und Präsentieren
  • Analysieren und Reflektieren

3.2 Medienkompetenzerwerb unserer Schülerinnen
Schwerpunkte (über alle Jahrgangsstufen)

Lesemotivation
Die Schülerinnen wählen aus einer Vielzahl an Zugangsmöglichkeiten zu Kinderliteratur. Der Einsatz von Antolin bietet ihnen ausreichend Raum für abwechslungsreiche Lektüreerfahrungen, animiert sie zur Vorstellung ihrer Lieblingsbücher und motiviert sie zusätzlich zum Lesen.

Audioproduktion
Die Schülerinnen bedienen verschiedene Geräte zur Audioaufnahme und gestalten erste Audiobeiträge. Sie setzen sich mit verschiedenen Formaten von Radiosendungen auseinander und gestalten selbst kurze Audiobeitrage (z.B. für das Schulradio).

Kodieren und Programmieren
Die Schülerinnen entwickeln ein erstes Verständnis für die Notwendigkeit von Programmiersprachen. Sie formulieren einfache Befehle mit kindgerechtem Material.

Souverän handeln in einer mediatisierten Welt
Mit der konsequenten Durchführung aller Module des Medienführerscheins Bayern für die Jahrgangsstufen 3 und 4 erwerben die Schülerinnen zentrale Kompetenzen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien.

Schulspezifische Ergänzung
Sie wird im Laufe der Zeit (nach dem Umzug in den Neubau) ergänzt werden.

Jahrgangstufen 1 und 2

Basiskompetenzen

  • Grundkenntnisse zu Hard- und Software: einfache Programme und Geräte bedienen, Einführung in Antolin,
  • Umgang mit Geräten zur Medienproduktion und Wiedergabe

Suchen und verarbeiten

  • Informationen und Daten gezielt aus Medien entnehmen und bewerten
  • Medien finden, unterscheiden und bewerten
  • Besuch der Bibliothek der Schule

Kommunizieren und Kooperieren

  • eigenes Medienverhalten beschreiben
  • Medien einsetzen, um eigene Ansicht zu kommunizieren

Produzieren und Präsentieren

  • erste Medienprodukte unter Anleitung erstellen
  • Publikationswege erschließen

Analysieren und Reflektieren

  • vergleichen und bewerten von Medienangeboten und deren Einfluss auf die Gesellschaft
  • mögliche Projekte: ARD Radionacht (Schwerpunkt: Audioproduktion), Lesenacht, Tag des Buches (Schwerpunkt: Lesemotivation) SchulKinoWoche Bayern

Jahrgangstufen 3 und 4

Basiskompetenzen

  • zusätzliche Anwenderkenntnisse unter Anleitung umsetzen
    Material: PC-Führerschein Grundschule Modul 2
  • eine Kindersuchmaschine bedienen
  • Kenntnis von Funktionen der Computerprogramme vertiefen
  • Schwerpunkt: Kodieren und Programmieren

Suchen und Verarbeiten

  • recherchieren mit geeigneter Kindersuchmaschine und Weiterverwenden der Suchergebnisse
  • Software zur Aufbereitung von Informationen und Daten nutzen

Kommunizieren und Kooperieren

  • mit Hilfe von Medien Arbeitsergebnisse und individuelle Lernprozesse kommunizieren
  • Medien einsetzen, um eigene Ansicht zu kommunizieren

Produzieren und Präsentieren

  • digitale Medien zum Gestalten von Arbeitsergebnissen nutzen

Analysieren und Reflektieren

  • Gestaltungsmittel und Wirkungsweisen von Medienangeboten analysieren
  • interessensgeleitete Setzung und Verbreitung medialer Inhalte erkennen
  • mögliche Projekte: ARD Radionacht , Besuch Lokalradio (Schwerpunkt: Audioproduktion), Lesenacht, Tag des Buches (Schwerpunkt: Lesemotivation), SchulKinoWoche Bayern, Teilnahme Safer Internet Day (Schwerpunkt: Souverän handeln in einer mediatisierten Welt)

Die Inhalte des Mediencurriculums können in verschiedenen Schulfächern erreicht werden, vor allem in Deutsch, Mathematik, Kunst, Musik und HSU.

3.3 Einsatz der Medien im Unterricht

Verbindlich wird folgendes für unsere Schülerinnen vereinbart: Referat und Lapbook werden in den Jahrgangsstufen 1/2 eingeführt und in den Jahr-gangsstufen 3/4 noch einmal weiterführend aufgegriffen. So können auch Fachlehrkräfte dieses Wissen gut nutzen. Dabei gilt immer der Grundsatz, dass nur das bewertet werden kann, was ausschließlich im Unterricht erarbeitet wurde.

Vieles, was durch das Mediencurriculum vorgegeben ist, werden wir durch den Medienführerschein 1/2 und 3/4 und durch das Arbeitsheft „Medienwelten“ aus dem Westermannverlag (verbindlich für unsere Schülerinnen ab der 2. Jahrgangsstufe) umsetzen:

Umgang mit PC/Tablet, Programme starten und beenden, Umgang mit Textverarbeitung und Bildbearbeitung, digital kommunizieren, Ordner erstellen, Dateien verschieben, Drucker verwenden, Umgang mit Kindersuchmaschinen, Arten von Medien, Recht am eigenen Bild, Urheberrecht und Quellennachweis, Vorteile neuer Medien, Gefahren neuer Medien, Macht der Medien, Medien präsentieren und produzieren (Audio- und Videoaufnahmen), …

Das Programm „Lernwerkstatt“ soll am Computer im Klassenzimmer für viele Unterrichtsfächer genutzt werden.
Der Unterricht „Kinder ins Netz, aber sicher!“ durch Frau Reiss von der Polizei Nürnberg soll weiterhin in den 4. Klassen stattfinden. Alle zwei Jahre wird der Elternabend dazu in Zusammenarbeit mit den Nachbarschulen (Insel Schütt und Paniersplatz) angeboten.

Mit Hilfe einer Dokumentenkamera können viele Materialien direkt projiziert und im Unterricht verwendet werden.

Ein digitaler Büchersatz (sogenannte e-books) sollen zusätzlich zum herkömmlichen Schulbuch (eventuell je Kind und je Schuljahr) „angeschafft“ werden, so dass die Schülerinnen die Schulbücher nicht mehr hin- und hertragen müssen.

Im Deutschunterricht wird mit großem Erfolg bereits jetzt das Leseprogramm „Antolin“ eingesetzt, das die Kinder zum Lesen animiert. Das soll zukünftig verstärkt zum Einsatz kommen.
Das NN-Zeitungsprojekt soll für die 4. Klassen weiterhin verbindlich durchgeführt werden.

Für Deutsch und Mathematik soll vom Westermann Verlag die „Online-Diagnose Grundschule“ als Schullizenz angeschafft werden, um mehrmals im Jahr alle Kinder (oder auch nur einzelne Kinder) testen zu können, um gezielt deren Förderbedarf zu ermitteln. Mit dem Programm können individuelle Arbeitsblätter für jedes Kind erstellt werden.

Im Mathematikunterricht soll das Lernprogramm zum jeweiligen Schulbuch/Arbeitsheft eingesetzt werden. Säulendiagramme könnten auch mit Excel erstellt werden.

Im Englischunterricht könnte mit der zum Lehrwerk „Bumblebee“ gehörenden CD-Rom gearbeitet werden, die Übungsmöglichkeiten für grammatische Strukturen, Üben von Vokabeln und deren Aussprache und das Zeigen von kurzen Filmsequenzen bietet.

Für den Sachunterricht gibt es im Internet viele Möglichkeiten der Recherche zu den verschiedenen Unterrichtseinheiten.

Für die Fächer Musik und Kunst können die Kinder ebenfalls im Internet zahlreiche Beiträge zu den Unterrichtsthemen finden. Damit die Schülerinnen lernen eine Kamera zu bedienen, Videos zu produzieren und Audioaufnahmen zu erstellen, so wie es der Lehrplan in Musik und Kunst vorsieht, ist die Anschaffung eines Klassensatzes Tablets nötig. So können alle Kinder am Gerät die Lehrplanvorgaben lernen, ohne dass Eltern ein Smartphone für ihr Kind besorgen müssen.
Auch das Programmieren ließe sich damit umsetzen, denn das Haus der kleinen Forscher bietet die Möglichkeit Ronjas Roboter im Internet zu verwenden.
Audioaufnahmen können mit Hilfe eines Mikros mit usb und Speicherkarte (z.B. von easyspeak) bereits jetzt erstellt werden.

Im Klassenzimmer lässt sich der Computer bei der Freien Stillarbeit einsetzen oder auch zur inneren Differenzierung. Speziell für die ersten Klassen wird bei einem ausreichenden Stundenangebot eine Einführung in die Arbeit am PC in kleinen Gruppen angeboten.

Im Rahmen unserer einmal wöchentlich stattfindenden Arbeitsgemeinschaften soll weiterhin eine Computer AG angeboten werden.

Nötige Drucker sollten nicht im Klassenzimmer stehen, sondern zentral angesteuert werden können.

Medienausstattung der Schule

In jedem Klassenraum müssen mehrere Computer mit Internetzugang zur Verfügung stehen. Die PCs enthalten die nötige Software (Antonlin, Lernwerkstatt, Officeprogramme, Programm zur Bildverarbeitung und zur Erstellung von Audio- und Videodateien) und die nötigen Schutzprogramme. Drucker werden zentral angesteuert und stehen nicht im Klassenzimmer.

Mit dem Klassensatz an Tablets/I-pads können alle Schülerinnen einer Klasse gleichzeitig arbeiten (Nutzung als PC, Internetrecherche, Nutzung als Kamera, zur Erstellung von Audio- und Videodateien, …). Zusätzlich sollen für die Erstellung von Audiodateien Micros mit usb-Anschluss und Speicherkarte angeschafft werden.

Im Neubau der Schule wird es ein entsprechendes elektronisches Tafelsystem geben, so dass Präsentationen aller Art möglich sind und DVDs gezeigt werden können. Eine Dokumentenkamera ermöglicht das einfache Projizieren von Unterrichtsmaterialien aller Art für die Schülerinnen.

Für die Lehrerinnen gibt es im Lehrerzimmer Arbeitsplätze mit PC.

Wir wollen aber auch auf die klassischen alten Medien nicht verzichten.
Den ersten Kontakt mit den „alten Medien“ haben die Kinder, neben dem Einsatz der Schulbücher und der Übungshefte, schon im ersten Schuljahr. Zeitungen, Kataloge usw. werden in verschiedenen Fächern genutzt.

Unsere Schülerinnen werden bereits in der 1. Klasse mit unserer Schulbibliothek vertraut gemacht und können jederzeit Bücher aller Art, die nach Lesealtersstufen bzw. Sachgebieten geordnet sind, ausleihen.
An unserer Schule besteht ein großes Interesse an Büchern und am Lesen. Dies zeigt sich an Autorenlesungen, Lesenächten und bei den Besuchen von Buchhandlungen.

Lektüren in Klassenstärke, die den Unterricht bereichern, sind ebenfalls vorhanden.
Unsere Schule verfügt über eine Digitalkamera. Hiermit ist es möglich, Fotos und Videofilme von Schul- und Klassenveranstaltungen oder von Unterrichtsstunden aufzunehmen und diese mit den Kindern anzusehen oder auf der Schulhomepage einzustellen, sowie auch für die Erstellung einer Wand- und Schülerzeitung zu nutzen.

Die Nutzung von CD-Player, Video- und DVD-Player gehört in den Klassen zur Ergänzung der täglichen Unterrichtsarbeit in allen Fächern.

Fortbildungsplanung für Lehrkräfte

Alle Kolleginnen besitzen einen PC für Unterrichtsvorbereitungen und um die Zeugnisse mittels eines Zeugnisprogrammes zu schreiben.

Alle Kolleginnen bilden sich regelmäßig selbst individuell je nach Kenntnisstand fort. Dazu werden schulinterne und außerschulische Angebote genutzt.

Schulhausinterne Fortbildungen zur Einführung in den Umgang mit den PCs in den Klassenräumen, der Umgang mit den Tablets und die Nutzung der weiteren Medien wie Digitale Kamera sollen immer dann stattfinden, wenn die neuen Geräte tatsächlich vorhanden sind. Da der Wissensstand der Kolleginnen sehr unterschiedlich ist, sollen die Fortbildungen so geplant werden, dass ein Thema immer mit einem Test abgeschlossen wird. So besteht für die Kolleginnen die Möglichkeit, nur am Test teilzunehmen, wenn sie sich mit dem jeweiligen Thema bereits auskennen.

Perspektiven

Ständige Evaluation und Weiterentwicklung des Medienkonzeptes wird von allen Kolleginnen unserer Schule angestrebt.

Die Ausstattung und die Arbeit mit den alten und den neuen Medien im Unterricht muss mit der weiteren Entwicklung der Technologien und des Medienverhaltens unserer Gesellschaft Schritt halten. Das soll durch interne und externe Weiterbildung gewährleistet werden.

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