Sozialkunde / Politik und Gesellschaft

Lehrkräfte

Das Team für beide Fächer besteht aus:

  • Herrn LAss Hart
  • Herrn StD M.A. Hörlein
  • Herrn LAss Koch
  • Herrn StR Kröniger
  • Frau StRin Reubel
  • Frau StRin Schneller
  • Herrn StR Dr. Straßner

Leistungserhebungen

  • Politik und Gesellschaft:
    2 Schulaufgaben pro Jahr (8.-10. Klasse), daneben kleine Leistungsnachweise
  • Sozialpraktische Grundbildung:
    Nur kleine Leistungsnachweise

Lehrplaninhalte (G9, 8.-10.Klasse)

Politik und Gesellschaft (Sozialwissenschaftlicher Zweig)

8. Klasse

  •     Die Jugendphase bewusst erleben und gestalten
  •     Gesellschaftliche Grundwerte und soziale Normen reflektieren
  •     Sich im Leben orientieren  –  Vorbilder, Idole und Influencer hinterfragen
  •     Politik als Gestaltungsmittel für das Zusammenleben verstehen
  •     Grenzüberschreitende Zusammenarbeit vor Ort untersuchen
  •     Heimat(en) verstehen und gestalten
  •     Politisches Geschehen mitverfolgen und aktuelle Fragen diskutieren
  •     Die anderen und ich  –  Zusammenleben in der sozialen Gruppe
  •     Bewusst leben, sich gesund ernähren

9. Klasse

  • Auswirkungen von Politik erfahren  –  Politik für Jugendliche, Politik von Jugendlichen
  • Zusammenhalten früher und heute  –  den gesellschaftlichen Wandel verstehen
  • Politik mitgestalten in der Kommune und im Freistaat Bayern
  • Globalisierung verstehen und mitgestalten

10. Klasse (auch: neusprachlicher Zweig)

  • Werte leben im demokratischen Staat
  • Politische Verantwortung übernehmen für sich und andere
  • Das Zusammenwirken der politischen Institutionen in Deutschland verstehen
  • Grundzüge der internationalen Zusammenarbeit erfassen

Sozialpraktische Grundbildung

9. Klasse

  • Erziehung als Hilfe zur Persönlichkeitsentwicklung verstehen
  • Inklusion und Integration als gemeinsame Aufgabe begreifen
  • Freizeit und Medienkonsum reflektiert gestalten
  • Die natürlichen Lebensgrundlagen wertschätzen und verantwortungsbewusstes
  • Konsumverhalten entwickeln

10. Klasse

  • Herausforderungen des Erwachsenenlebens erkennen und diskutieren
  • Die Medienlandschaft überblicken und ihren Pluralismus wertschätzen
  • Ethische Fragen in ihrer politisch-gesellschaftlichen Dimension diskutieren
  • Chancen und Herausforderungen Sozialer Arbeit untersuchen

G8 Grundwissen Sozialkunde für die noch laufenden Jahrgangsstufen

 8. Klasse

1. Der Einzelne als Teil der Gemeinschaft

  • Sozialisation: unmerkliches Hineinwachsen des Menschen in die Gemeinschaft
  • Primäre S.: Sozialisationsinstanz ist die Familie/Teilfamilie
  • Sekundäre S.: Sozialisationsinstanzen: Kindergarten, Schule, Peer-Groups usw.
  • Erziehung: beabsichtigte, geplante Vermittlung von Werten und Normen
  • Normen: Verhaltensregeln, die das Zusammenleben der Menschen ordnen
  • Muss-Normen: verbindliche Rechtsvorschriften (Gesetze)
  • Soll-Normen: Verhaltensregeln, die durch Verordnungen festgelegt sind (z. B. Schulordnung)
  • Kann-Normen: Verhaltensweisen, die durch die kulturelle Identität geprägt sind (Bräuche, Mode)
  • Sanktionen: positive oder negative Reaktionen auf bestimmte Verhaltensweisen
  • Peer-Groups: Gruppen Gleichaltriger, wichtig für den Ablösungsprozess vom Elternhaus
  • Rolle: Verhaltenerwartungen an den Inhaber einer Position
  • Rollenkonflikt: Die Mitgliedschaft in verschiedenen sozialen Gruppen mit voneinander abweichenden Rollenerwartungen führt dazu, dass der Einzelne zwischen den Anforderungen, Ansprüchen und Belangen der jeweiligen Rollen vermitteln und abwägen muss

2. Jugendliche Lebenswelten

  • Jugend: Definition: Lebensphase zwischen Kindheit und Erwachsensein.
  • Abgrenzung nach Alter : In Deutschland von 14 – 18,  UN 15 – 19 (Teenager) bis 25 junge Erwachsene
  • Nach Merkmalen: körperlich: Geschlechtsreife; psychischer und sozialer Reifungsprozess
  • Verlauf der Jugendzeit stark abhängig vom jeweiligen Lebensumfeld (Entwicklungsländer, hist. Beispiele)
  • Jugendliche als Adressaten von Werbung
  • Attention - Interrest - Desire –Action = AIDA die Werbeformel
  • Werbekompetenz: Richtiger Umgang mit Werbung, um ihre Ziele und Methoden zu erkennen.
  • Vermeidung von zu großem Einfluss von Werbung auf das Konsumverhalten.                        

3. Konflikte und Konfliktregelung

  • Konflikt: Unvereinbarkeit von Zielsetzungen oder Wertvorstellungen von Personen, gesellschaftlichen Gruppen, Organisationen oder Staaten.
  • Eisbergtheorie: Konflikt selbst ist  oft nur ein kleiner Teil  von weiteren unterschwellig vorhandenen Problemen, die nicht verbalisiert werden.
  • Konfliktbereiche: sowohl zwischen Einzelpersonen, zwischen Gruppen aber auch zwischen Staaten sind Konflikte möglich.

4. Politik als ständiger Versuch der Problemlösung für Gesellschaft und Staat

  • Gesellschaft:Gruppe von Personen, die räumlich vereint leben
  • Staat: jede politische Ordnung, die ein gemeinsames als Staatsgebiet abgegrenztes Territorium ein dazugehöriges Staatsvolk und eine Machtausübung über dieses umfasst
  • Grundgesetz: Art 1-19: Grundrechte z. B. Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Glaubens-und Gewissensfreiheit, Informationsfreiheit ……
  • Die selbständige Arbeit mit dem GG wird ab Klasse 9 vorausgesetzt.

9. Klasse

1. Toleranz und soz. Integration als Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben

  • Toleranz: Gelten- und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten
  • Integration: Einbindung einer Minderheit in eine größere soz. Gruppe/ Gesellschaft
  • Vorurteil: Merkmale: einseitig, lückenhaft, oft emotional, Diskriminierung (= Herabwürdigung)anderer, Sündenbockfunktion, Aufwertung der eigenen Gruppe
  • Randgruppe:  Merkmale: Stigmatisierung (= Anprangerung), kaum organisations- und  konfliktfähigkeit (= fehlende Leistung als Druckmittel, daher keine Möglichkeit der Streikandrohung), räumliche und soziale Distanz zur Bevölkerung, fremdbestimmt
  • GG-Artikel zu Thema 1: Art.1 (Menschenwürde und -rechte), Art.3 (Gleichheit), Art.16a (Asyl)

2. Jugend und Medien

  • Medien: Mittel zur Kommunikation und Informationswiedergabe, die viele Menschen erreichen
  • Arten: Printmedien (Zeitung), akustische (Radio), audiovisuelle (TV, Internet)
  • Aufgaben: Information, Kritik, Kontrolle, Unterhaltung, Themasetzung
  • Pressefreiheit: Recht der Medien auf freie, unzensierte Veröffentlichung von Informationen und  Meinungen (verankert in Art. 5 GG)
  • Äußere Pressefreiheit: Vielfalt der Medien, frei von staatl. Einflüssen
  • Innere Pressefreiheit:   Recht von Eigentümern/Herausgebern eines Mediums, die pol., wirtsch., und  kult. Ausrichtung zu bestimmen sowie Redakteure im Arbeitsvertrag  darauf festzulegen   
  • Pressekodex:  freiwillige Verpflichtung auf bestimmte Grundregeln zur wahrheitsgemäßen und sachlich-neutralen Berichterstattung seitens Verleger und Journalisten seit 1973
  • Zensur: Kontrolle der Medien durch Staat oder einflussreiche Organisationen bzw. Privatpersonen zur Unterdrückung unerwünschter Äußerungen 
  • Formate: Sendungen, die ein best. erfolgreiches Schema kopieren, das hohe Einschaltquoten garantiert (wie Castingsshows, Telenovelas, Gerichtsshows)
  • Duale Rundfunkordnung: Öffentlich-rechtl. Rundfunk (ARD, ZDF) und Privatsender (SAT 1, PRO 7)
  • Unterschiede:  Finanzierung (Rundfunkgebühren <=> Werbung)
  • Ziele (Bildung, Information <=> vorwiegend Unterhaltung)
  • Kontrolle (Rundfunkrat, Intendant  <=>  Landesmedienanstalten

3.   Jugend und Europa

  • Motive und Ziele europäischer Einigung:   Friedenssicherung, Wahrung der Menschenrechte,
  • Steigerung des Lebensstandards, Entwicklung eines gemeinsamen Marktes, grenzüberschreitende
  • Problemlösungen, Stärkung nachbarschaftl. Beziehungen   
  • Stationen der pol. Einigung: Beginn: Europarat (1949): Schutz der Grundfreiheiten und der
  • Menschenrechte, EWG (1956): z.B. vier Freiheiten (Kapital, Dienstleistungen. Waren. Personen)
  • Momentaner Stand:   Vertrag von Lissabon (2007)

10. Klasse

1. Grundlagen unserer Verfassungsordnung

  • Wertordnung des Grundgesetzes: Grundlegende Werte des GG (Art 1-19 u. 20), die über allen anderen GG-Artikeln und über allen anderen deutschen Rechtsnormen stehen
  • Menschenwürde: Oberster Wert, zentrales Prinzip des GG (Art 1), sie soll durch die nachfolgenden Grundrechte gewahrt werden. Nach Art 79/3 GG besonders geschützt.
  • Grundrechte: In GG Art. 1-19 fixiert, im Wesensgehalt unantastbar (Art. 79/3), Artikel aber mit 2/3-Mehrheit im BT und BR änderbar. Sie sind unterteilbar in Menschen- (gelten für alle in Deutschland lebenden Menschen) und Bürgerrechte (gelten für deutsche Staatsbürger). An sie sind alle drei Staatsgewalten gebunden und der Staat muss sie schützen.
  • Rechtsstaat: Er schützt den Einzelnen vor staatlicher Willkür, indem staatliche Organe an Recht und Gesetz (formeller RS) und an die Grundrechte (materieller RS) gebunden sind. Auch Gewaltenteilung und Grundregeln für Gerichtsverfahren schützen vor Willkür. (in Art 20 GG verankert)
  • Demokratie: Das Volk ist der Souverän, alle Gewalt geht von ihm aus, alle staatlichen Gewalten sind direkt oder indirekt durch das Volk legitimiert. Deutschland gilt als wehrhafte Demokratie (besonderer Schutz des Verfassungskernes, Parteienverbotsmöglichkeit durch BVerfG, Möglichkeit des Grundrechtsentzuges bei Missbrauch gegen die Grundordnung).  (in Art 20 GG verankert)
  • Sozialstaat: Ein Staat, der für die soziale Sicherheit (Existenzgrundlagen) der Bürger und den sozialen Ausgleich sorgt. (in Art 20 GG verankert)
  • Bundesstaat: Aufteilung der Staatsgewalt auf zwei Ebenen (Bund und 16 Bundesländer), Bundesländer sind nicht souverän, haben aber jeweils eine eigene Verfassung, Regierung, ein Parlament und eigene Gerichtsbarkeit, sie haben in bestimmten Bereichen eigene Gesetzgebungskompetenz und wirken über den BR bei der Gesetz-gebung des Bundes mit (vertikale Gewaltenteilung).

2. Mitwirkungsmöglichkeiten in der demokratischen Gesellschaft

  • Grundsätze der Herrschaft in einer dem. Gesellschaft: Volkssouveränität, Herrschaft auf Zeit, Mehrheitsherr-schaft, Mehrparteiensystem, freie Wahlen
  • Demokratieformen: direkte D. (Volk stimmt selbst in Plebisziten ab), repräsentative D. (Volk wählt Repräsen-tanten/Parlament; Bsp: BRD)
  • Absicherung der Mitwirkungsmöglichkeiten in BRD: Meinungs- (Art. 5 GG), Versammlungs- (Art. 8) und Vereinigungsfreiheit (Art. 9), Wahlrecht (Art. 20 u. 38), Parteien (Art 21)
  • Wahlrechtsarten: Mehrheitswahl (relative bzw. absolute, ein Kandidat gewinnt in einem Wahlkreis mit relativer bzw. absoluter Mehrheit) und Verhältniswahl (Anteil der Sitze einer Partei im Parlament richtet sich nach dem %-Anteil an allen Stimmen)
  • Bundestagswahlrecht: Personalisierte Verhältniswahl, d.h. für die politische Mehrheit ist die Zweitstimme (Verhältniswahl) entscheidend, mit der Erststimme (Mehrheitswahl) wird Einfluss auf die personelle Zusammensetzung genommen. Mindestens 5% der Zweitstimmen sind für den Einzug in den BT nötig (umgehbar durch drei Direktmandate mit der Erststimme). Überhangmandate (mehr Sitze nach Erststimme als eine Partei in einem Bundesland nach Zweitstimme zustehen würden) können die Zahl der BT-Abgeordneten (598) erhöhen.
  • Parteien: Wirken nach Art 21 GG bei politischer Willensbildung und politischer Bildung (Parteienstiftungen) mit, stellen Kandidaten bei Wahl auf, bieten politische Alternativen (Wahlprogramme), stellen Verbindung zwischen Volk und politischem System her.
  • Verbände: Vereinigung von Personen oder Gruppen mit dem Ziel, eigene Interessen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durchzusetzen (z.B. Lobbyarbeit); dauerhaft mit fester Organisationsstruktur
  • Politische Mitwirkung in Bayern: Wahlmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen (Gemeinde, Kreis, Bezirk, Land) und direkte Mitwirkungsmöglichkeiten (Bürgerbehren/Bürgerentscheid auf Gemeinde-, Volksbegehren/ Volksentscheid auf Landesebene)

3. Grundzüge der politischen Ordnung in Deutschland

  • Gewaltenteilung: Aufteilung der Staatsgewalt auf verschiedene Teilgewalten; horizontale Gewaltenteilung (Exekutive: BReg, Legislative: BT und BR, Judikative: BVerfG) vertikale Gewaltenteilung: Bund – Länder
  • Bundestag: einzig direkt legitimiertes Organ; wählt BK, entsendet alle Abgeordneten in Bundesversammlung, wählt Hälfte der Richter des BVerG; Kontrolle der Regierung (v.a. durch Opposition), verabschiedet Gesetze (im Besonderen: Haushalt)
  • Bundesregierung: Besteht aus Bundeskanzler und Bundesminister
  • Bundeskanzler: Wahl durch BT auf Vorschlag des BP, wählt Minister aus, hat Richtlinienkompetenz, kann die Vertrauensfrage stellen, um sich Mehrheiten zu sichern, ist nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum abwählbar.
  • Bundesminister: leiten ihr Fachgebiet eigenverantwortlich (Ressortprinzip), bei Absprachen im Kabinett gilt das Kollegialprinzip
  • Bundesrat: Vertretung der Länder auf Bundesebene, wirkt bei Gesetzgebung mit (Einspruch bei Einspruchsgesetzen möglich, der aber vom BT durch die gleiche Mehrheitsart aufhebbar ist; Zustimmung bei zustimmungspflichtigen Gesetzen zur Gültigkeit des Gesetzes nötig, also Veto-Möglichkeit; bei Konflikt zwischen BT und BR: Möglichkeit des Vermittlungsausschusses)
  • Bundespräsident: Von Bundesversammlung (alle BT-Abgeordneten + gleiche Anzahl Vertreter der Länder) auf 5 Jahre gewählt; prüft und unterzeichnet Bundesgesetze, ernennt und entlässt BK und Bundesminister, unterzeichnet völkerrechtliche Verträge, vertritt Deutschland als oberster Repräsentant; hat also formale und repräsentative Aufgaben.
  • Bundesverfassungsgericht: „Hüter der Verfassung“; Aufgaben: Entscheidung bei Verfassungsbeschwerden, Parteienverbot (Sicherung der Demokratie), Richteranklage (Sicherung des Rechtsstaates), Entscheidung bei Kompetenzstreit zwischen Verfassungsorganen, Überprüfung der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen
  • Gesetzgebung: Gesetzesinitiative bei BT, BReg und BR, Beratung im Plenum (1.-3.Lesung) und den Ausschüssen des BT; Zustimmung des BR bei zustimmungspflichtigen Gesetzen (Länderfinanzen betreffend, GG-Änderungen) nötig, Einspruch des BR bei Einspruchsgesetzen (Verteidigung, Außenpolitik etc.) möglich, mit gleicher Mehrheitsart durch BT zurückweisbar; Unterzeichnung durch BK/Fachminister und BP; Veröffentlichung

Abkürzungen: BK = Bundeskanzler, BReg = Bundesregierung, BP = Bundespräsident, BR = Bundesrat, BVerfG = Bundeverfassungsgericht, GG = Grundgesetz, GR = Grundrecht(e), D = Demokratie  

G8 Grundwissen Sozialpraktische Grundbildung für die noch laufenden Jahrgangsstufen

8. Klasse

1. Engagement für die Gemeinschaft

  • Ehrenamt: Das Ehrenamt ist ein öffentliches Amt, das freiwillig und ohne Dienstbezüge (oftmals jedoch mit Aufwandsentschädigung) nebenberuflich wahrgenommen wird.
  • Aufgabenfelder: Parteien, Wählergruppen Bürgerinitiativen, Sportvereine Wohlfahrtsverbände, Kirchen, Selbsthilfegruppen usw.
  • Bürgergesellschaft:  ein Gemeinwesen, in dem Bürgerinnen und Bürger durch ihr Engagement in selbst organisierten Vereinigungen und durch Nutzung von Beteiligungsmöglichkeiten die Geschicke des Gemeinwesens mitgestalten und prägen können.
  • Eine aktive Bürgergesellschaft ist Voraussetzung für eine lebendige Demokratie.   
  • Survey: repräsentative Untersuchung (oft eine Umfrage) zu einem bestimmten Thema

2. Vorbilder und Idole

  • Vorbilder: Personen, die zur Nachahmung anregen; oft nur ausgewählte, positive Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die bewundernswert sind;  motivieren dazu, eigene Einstellungen zu überdenken oder zu korrigieren. Vorbilder dienen zur Orientierungshilfe.
  • Idole: ursprünglich: Abgötter; heute: Personen, für die man leidenschaftlich schwärmt, häufig unerreichbar (Starkult!),  Gefahr falscher Ideale; Starkult oft mit irrationalen Zügen.
  • Exkurs. Interview:
  • offene Form: Befragung zu einem Thema, bei dem man den Interviewpartner erzählen lässt;  Problematik: Keine Vergleichsmöglichkeiten bei verschiedenen Interviewpartnern; komplizierte Auswertung.
  • geschlossene Form: Vor einem Interview wird ein Fragenkatalog erstellt und die verschiedenen Interviewpartner erhalten jeweils die gleichen Fragen. Vorteil: gute Vergleichbarkeit bei der Auswertung

3. Verantwortung des Menschen für seine natürlichen Lebensgrundlagen

  • Ernährung: dient nicht nur zur Aufrechterhaltung körperlicher Funktonen sondern hat auch eine soziale und kulturelle Komponente.
  • Diät: häufig Vermeidung bestimmter Lebensmittel (einseitige Ernährung), meist als Mittel zur Gewichtsreduktion,  Gefahr des Einstiegs in eine Essstörung: Fehlentwicklungen in der Nahrungsaufnahme, bei Frauen häufig ausgelöst durch in den Medien vermittelte Schönheitsideale. Magersucht (Anorexie), Ess-Brechsucht (Bulimie);
  • BMI = Body-Mass-Index: Maßzahl für die Berechnung der Körpermasse, für Jugendliche nicht geeignet (Wachstum); auch allgemein umstritten, da die individuelle Statur des Menschen nicht berücksichtigt wird.
  • Gesunde Ernährung: Ausgewogene Ernährung, möglichst vielseitig, viel Obst und Gemüse, Vermeidung besonders zuckerhaltiger Getränke, dafür Tee und Saftschorle, Süßigkeiten nur im begrenzten Rahmen, saisonale Produkte, bevorzugt aus dem Umland.

9.Klasse

 1. Kindheit und Entwicklung
 

  • Erziehungsbedürftigkeit des Menschen nach der Theorie Portmans: Mensch nimmt Zwischenstellung zwischen höher – und niederentwickelten  Säugetieren ein und ist eine „normalisierte Frühgeburt“: Sinnesorgane sind ausgebildet, doch das Lernen von Laufen, Sprechen etc. ist notwendig, dank des besonders entwickelten Gehirns, auch möglich.
  • Hospitalismus: Schädigungen v. a. bei Kindern infolge Heimerziehung ohne ausreichende soziale Zuwen-dung, möglich auch bei langen Krankenhausaufenthalten Symptome: z.B. Kontaktstörungen, Teilnahms-losigkeit, Depression, Aggression
  • Erziehungsstile: autoritär/autokratisch: viele Vorgaben, keine Begründungen, kaum Berücksichtigung kindlicher Wünsche u. Bedürfnisse, körperl. Strafen, enge Grenzen, laissez faire: kaum Vorgaben und Grenzen, „machen lassen“, demokratisch: begründete Maßnahmen, Mitentscheidung des Kindes, Eigenverantwortung in Grenze
  • Anforderungen des Staates an die Kindergärten nach dem Bayer. Kindergartengesetz: z.B.: Religiöse und soziale Erziehung, Vermittlung elementarer Kommunikationsfähigkeiten, eines Umwelt- und Naturverständnisses, Kreativität.

2. Kommunikation  und Manipulation

  • Grundlagen der Kommunikation: vereinfachtes Kommunikationsmodell (Sender – Empfänger; Nachricht vom Sender in erkennbaren Zeichen ausgedrückt, die vom Empfänger entschlüsselt werden müssen);  Unterschied zwischen verbaler Kommunikation (Worte, Symbole) und nonverbaler Kommunikation (Mimik, Gestik, Körperhaltung
  • Bedeutung der Kommunikation für das Zusammenleben: ritualisierte Gesten mit universaler Gültigkeit (z.B. Augengruß oder bejahendes Kopfnicken); interkulturelle Unterschiede(z.B. bei Begrüßung oder best. Gesten); Gefahr von Missverständnissen
  • Bereitschaft zur angemessenen und fairen Kommunikation: zur gegenseitigen Achtung als Voraussetzung für gelingende Kommunikation müssen Distanzzonen beachtet werden , z.B. normale Gesprächsdistanz von ca. 0,60 bis 1,50 m  oder soziale Distanz von ca. 1,50 bis 4,00 für unpersönliche  Angelegenheiten; gewaltfreie Kommunikation (Beobachten statt Interpretieren – Gefühle wahrnehmen und benennen – Bedürfnisse wahrnehmen und ernst nehmen – klare und erfüllbare Bitten äußern)
  • Formen der Meinungslenkung (Manipulation): bewusster und gezielter Einfluss auf Gedanken, Gefühle und Handlungen von Menschen, dabei oft absichtliche Verfälschung von Information durch Auswahl, Zusätze und Auslassungen (z.B. Goebbels Rede im Sportpalast zum „Totalen Krieg“; ebenso Manipulation von Bildern durch Digitaltechnik)

3. Aspekte der Informationsgesellschaft

  •  Stellenwert von Computer und Internet:  Information (z.B. Wikipedia, google); Kommunikation (z.B. Plattformen wie ICQ, SchülerVZ) , Unterhaltung, Spiele, Textverarbeitung und e-commerce
  • Gefahren des Internet: Internetsucht; Betrug im Internet (z.B. unseriöse Anbieter beim  online-shopping, phishing); Gewalt verherrlichende Videos und Spiele   
  • Informationsbeschaffung im Internet: Unterscheidung von seriösen und unseriösen Informationsanbietern; Fähigkeit, mit gewonnenen Informationen urteilssicher umzugehen

10. Klasse

1. Soziale Gruppe

  •  Soziale Rolle: Verhalten einer Person als Inhaber einer sozialen Position, das durch die Erwartungen anderer ausgelöst wird (Schüler: lernt).
  • Rollenattribute: z.B.: Aussehen, das durch die Rolle bedingt ist (Bankangestellter: Anzug)
  • Rollenkonflikte: Inter- (zwischen zwei Rollen einer Person) und Intra- (innerhalb der Rolle einer Person) rollenkonflikt
  • Soziale Position: Stellung des Einzelnen innerhalb eines sozialen Beziehungsgefüges (z.B. in einer Hierarchie; Schüler in der Schule); Formen: ascribed (zugeschriebene) P. (Geschlecht, Alter), achieved (erworbene) P. (berufliche Stellung)
  • Sozialer Status: Prestigewert, der mit einer Position verknüpft wird
  • Soziale Norm: Richtlinie für das menschliche Zusammenleben in bestimmten Situationen, für mehrere Menschen gültig, aus der Gesellschaft heraus entstanden; Formen: Soll-, Muss- und Kann-Normen
  • Soziale Kontrolle: Durchsetzung sozialer Normen durch die Gesellschaft durch positive und negative Sanktionen
  • Führungsstile und soziale Normen: Entstehung sozialer Normen ist oft abhängig vom in Gruppen herrschenden Führungsstil (autokratisch, demokratisch, laissez-faire).
  • Soziometrie: Messverfahren zur Erfassung und Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen in einer Gruppe
  • Soziogramm: Graphische Darstellung der sozialen Beziehungen in einer Gruppe
  • Teamarbeit: erwirkt Leistungsvorteile, wenn: alle Gruppenmitglieder Aufgabe lösen können, Bereitschaft zur aktiven Beteiligung an der Gruppendiskussion vorliegt, man sich auch überzeugen lassen will, Ideenvielfalt herrscht, es nur einen Weg zu Problemlösung gibt; erwirkt Leistungsnach-teile, wenn: mehrere richtige Wege möglich sind,  schöpferisches Denken von Einzelpersonen wichtig ist.
  • Vorurteilsbildung zwischen Gruppen: Feinseligkeit zwischen zwei Gruppen herrscht (Binnen- u. Außengrp.), gleiches Ziel wird verfolgt, ist aber nur auf Kosten der anderen Gruppe erreichbar; durch Rivalität  und Überschätzung der eigenen Leistungen und Unterschätzung der Leistungen der ande-ren entstehen Vorurteile.
  • Abbau von Vorurteilen/Stereotypen: Kontakt und Kooperation der beiden Gruppen auf einer Ebene und die gemeinsame Arbeit an einem für beide Gruppen wichtigem Ziel, das nur gemeinsam erreichbar ist.
  • Psychologische Masse: - Zusammenkunft einer Vielzahl von Menschen zu einem bestimmten Zweck, - wobei die Persönlichkeit schwindet,- Gedanken und Gefühle in die gleiche Richtung gehen, - der Einzelne sich dem Gesamtwillen unterordnet, - Verstand und bewusste Persönlichkeit ausgeschaltet werden, - keine individuelle Verantwortung mehr angenommen wird und Massenverhalten und –taten möglich sind. (Missbrauchsmöglichkeiten durch z.B. totalitäre Strömungen)  

 2. Sozialstaat und Arbeitswelt

  • Ziele des Sozialstaates: Soz. Ausgleich (Verringerung des Unterschiedes zwischen soz. Starken und soz. Schwachen) und soz. Sicherheit (Sicherung der Existenzgrundlagen durch Versicherungen gegen Lebensrisiken und Maßnahmen im Bildungs- und Gesundheitsbereich)
  • Sozialpolitik: Maßnahmen und Institutionen des Staates, um Existenzminimum zu sichern, gegen Lebensrisiken abzusichern und soz. Ungleichheit zu verringern.
  • Sozialversicherungssystem: Renten-, Kranken, Arbeitslosen-, Unfall- und Pflegeversicherung
  • Prinzipien des Sozialstaates: Versicherungsprinzip (Leistungen aufgr. eingezahlter Beiträge)                        Solidaritätsprinzip („Starke“ stehen auch für „Schwache“ ein) Versorgungsprinzip (Leistungen aus Steuern für Personen, die für Staat  Besonderes geleistet haben) Fürsorgeprinzip (staatl. Leistungen für soz. Schwache ohne Gegenlstg.)          
  • Finanzierung der Sozialversicherung: Beitragszahler (Arbeitgeber/Arbeitnehmer), Steuern
  • Probleme des Sozialstaates: durch demographische Entwicklung (Überalterung, längere Lebenserwartung, weniger „Junge“), mehr /neue medizinische Möglichkeiten, weniger Beitragszahler (Arbeitslosigkeit), Probleme bei der Finanzierung der Gesundheitskosten und der Alterssicherung
  • Formen der Arbeit: Erwerbsarbeit, nicht erwerbsorientierte Arbeit
  • Bedeutung von Arbeit: Einkommen, Güterbeschaffung, Vorsorge, Sicherheit, Wertschätzung, Selbstverwirklichung, Kreativität
  • Bedürfnis des Menschen nach Arbeit: Zeiterlebnis, Erweiterung des soz. Horizontes, Kooperationserlebnis, soz. Identität, soz. Realität
  • Entwicklung der Wirtschaftssektoren: Primärer Sektor: drastische Abnahme, sekundärer Sektor: Absinken nach Anstieg bis ca. 70er J./20.Jh., tertiärer Sektor: drastischer Anstieg (v.a.: Dienstleistun-gen für Unternehmen, Gesundheitssektor, Kommunikation)
  • Arbeit und Recht: Jugendarbeitsschutzgesetz 
  • Mitbestimmungsrecht: betriebliche Mitbestimmung über Betriebsrat, in unternehmerischen Fragen über Aufsichtsrat (größere Unternehmen, Kapitalgesellschaften)
  • Bedeutung sozialer Beziehungen am Arbeitsplatz: Informelle Gruppen bedeutsam für Arbeits-rhythmus, Leistung, Bewertung der Betriebsumwelt, der Zufriedenheit, soziale Verhaltensnormen

3. Herausforderungen und Chancen sozialer Arbeit

  • Soz. Arbeit/Jugendarbeit -Träger und Organisationen: Staat (Kommunen, Bezirke), Kirchen, Vereine, Wohlfahrtsverbänd
  • Pflegegrundsätze: z.B.: Achtung der Würde d. Menschen, Pflege durch Fachpersonal, Fördern noch vorhandener Ressourcen, Verstärkung gesundheitsbewussten Verhaltens, Erhaltung höchstmöglicher Selbständigkeit, Einbeziehung v. Angehörigen, Begleitung Sterbender
  • Arten von Behinderungen: geistig (Down-S.) / körperlich (Epilepsie), v. Geburt an/durch Krankheit/durch Unfall/Alter
  • Dimensionen/Stufen des Alterns: biolog. bedingte Merkmale, Deutung durch soz. Umwelt, Hinweise des Interaktionspartners, (soz.) Umweltdruck, Aufgabe ehem. Rollen, Übernahme der Altersrolle 

Besondere Aktivitäten

Im Rahmen des Unterrichts bzw. des Exkursionstages sind z.B. möglich: Besuch des Stadtrates, des „Fensters zur Welt“, der Bahnhofsmission, des Museums für Kommunikation, Straßenkreuzer-Stadtführung …

Ein Schwerpunkt ist die Studienfahrt nach Berlin mit den Programmpunkten: Bundestag, Bundesrat, Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen, Marienfelde, Mauergedenkstätte, Holocaust-Mahnmal … Daneben natürlich auch Kultur (Museen, Kabarett).

Links

Informationen zu politischen und gesellschaftlichen Themen erhält man unter:

Über die Arbeit und Struktur der Parlamente kann man sich informieren unter:

Informationen zu den Regierungsebenen erhält man unter:

Zur Interessensvertretung Jugendlicher im vorpolitischen Raum: